In US-Geheimhaft verschleppt und gefoltert - Der Fall Khaled al-Maqtari

Berlin, 14. März 2008 - Erst Abu Ghraib, dann ein Geheimgefängnis in Afghanistan und schließlich ein Gefangenenlager an unbekanntem Ort: Khaled al-Maqtari hat mehr als zweieinhalb Jahre in US-Gefangenschaft verbracht. Der 31-jährige Jemenit wurde gefoltert und verhört, aber nie formell angeklagt. Seit Mai 2007 ist al-Maqtari frei. Ein heute veröffentlichter Bericht von amnesty international (ai) zeichnet seinen Fall detailliert nach. „Die Aussagen von al-Maqtari belegen erneut, dass die USA im sogenannten ‚Krieg gegen den Terror’ systematisch die Menschenrechte verletzen“, sagte Ferdinand Muggenthaler, USA-Experte der deutschen ai-Sektion. „Verschleppungen, Geheimgefängnisse und Folter verstoßen klar gegen internationales Recht. Die Verantwortung trägt die Regierung Bush.“ Die Aussagen al-Maqtaris stimmen mit den Berichten anderer ehemaliger US-Gefangener überein, die ai dokumentiert hat.Gegenüber ai beschrieb al-Maqtari, was er nach seiner Festnahme im Januar 2004 in Falludscha (Irak) erlitten hat: In Abu Ghraib, so al-Maqtari, ließen „Amerikaner“ ihn kopfüber von der Decke baumeln, beschallten ihn mit ohrenbetäubender Musik. Sie hetzten Hunde auf ihn und ließen ihn nie länger als einige Minuten bei grellem Licht schlafen. Nackt und nass musste er bei laufender Klimaanlage auf einem Stuhl stehen und einen schweren Gegenstand halten, bis er zusammenbrach. Nach neun Tagen wurde al-Maqtari in ein geheimes Lager in Afghanistan verlegt. Nach ai-Recherchen brachte ihn ein CIA-Flugzeug von Bagdad zum Khwaja Rawash Flughafen in Kabul. In Afghanistan verbrachte al-Maqtari nach eigenen Angaben drei Monate in Isolationshaft, auch hier wurde er verhört und gefoltert. Im April 2004 überstellten die USA al-Maqtari in ein geheimes Gefängnis - möglicherweise in Osteuropa. Schließlich schafften ihn US-Agenten al-Maqtari in sein Heimatland Jemen, wo er im Mai 2007 frei kam.

„Die USA müssen die Vorwürfe von al-Maqtari und anderen Gefangenen unabhängig untersuchen lassen. Die unmittelbaren Täter, aber auch die Verantwortlichen für Verschleppung, Misshandlung und Folter in den höheren Rängen müssen vor Gericht gestellt werden“, sagte ai-Experte Muggenthaler. Außerdem fordert ai ein Ende der Verschleppungen und Geheimgefängnisse sowie die Offenlegung der Namen und Aufenthaltsorte aller Personen in US-Gefangenschaft. Die Inhaftierten müssen freigelassen werden oder ein faires Gerichtsverfahren erhalten.

Quelle: Pressemitteilung amnesty international 

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